Das Karwendelgebirge besteht aus Sedimentgestein vor allem Kalk, welches aus dem Urmeer der Thetis stammt. Damals befand sich der Meeresboden auf Höhe des Äquators und triftete langsam über die Jahrmillionen in Richtung Norden, bis der Meeresboden, der zur Afrikanischen Platte gehörte mit der Europäischen Platte kollidierte. Resultat dieser Kollision war, dass die Afrikanische Platte vor über 130 Mio Jahren über die Europäische geschoben wurde. Durch die Auffaltung wurden die Fossilien weit in die Höhe gedrückt. Gleichzeitig verwitterte aber auch der weiche Kalkstein. Das Tauernfenster entstand und übrig blieben die nördlichen und südlichen Kalkalpen. Das Karwendelgebirge gehört zu den nördlichen Kalkalpen und besteht komplett aus dem ehemaligen Meeresboden, also dem Kalk der Korallen, Muscheln, Seelilien und eben alles was damals lebte.
In unterschiedlichen Schichtungen kann man heute noch Fossilien der damaligen Flora und Fauna finden.

Hier haben wir ein paar Beispiele von Funden der Mitglieder des Vereins “Fördervereins Geschichte und Bildung oberes Isartal e.V.”

In dieser Übersichtsgrafik sehen Sie welche Lebewesen zu welcher Zeit lebten und vor allem auch wie lange sie lebten. Angefangen mit der Kimberella, die vor etwa 558-555 Mio Jahren vor unserer Zeit lebten ganz rechts in der Grafik bis zu uns in der Gegenwart ganz links in der Grafik. Erdzeitgeschichtlich sind die großen Massensterben, die Tageszeitlänge und auch die Temperaturentwicklungen der Grafik zu entnehmen. Unsere Funde hier sind vor allem aus dem Trias und dem Jura. 

Hier sehen Sie ein paar Funde aus dem Ichthyol, einer Schicht, die hervorragend erhaltene Fossilien von Fischen enthält. Auch heute wird diese Schicht noch genutzt um Steinöl zu produzieren. Das Steinöl wird zur Herstellung von Pflegeprodukten und Kosmetik genutzt.

Zähne unterschiedlicher Spezies wie Knochenfischen und auch von Saurichthys, einem Vorfahren der Schmelzschupper.

Auch unterschiedliche Meeressaurier konnten nachgewiesen werden, darunter der Plesiosaurus und der Nothosaurier.
Es ist nicht einfach Knochenfragmente zu entdecken, aber eben doch möglich.

Es lassen sich auch viele andere Tiere wie Schnecken, Muscheln und Ammoniten finden. 

Hier sehen Sie typische Aufschlüsse im Karwendel